Das Wichtigste in Kürze
- München bietet spezialisierte Zentren wie das WERK1 für Digital-Startups oder das gate in Garching für Deep Tech.
- Die reine Bürofläche reicht oft nicht aus, weshalb Programme wie Wayra auf Venture Clienting und echte Umsätze setzen.
- Die Infrastruktur der Landeshauptstadt fördert aktiv die Vernetzung zwischen Startups, Universitäten und etablierten Unternehmen.
- Für Tech-Gründer entscheidet oft der Zugang zu Pilotkunden und schnellen Entscheidungswegen über den Erfolg.
- Programme wie der Traction Boost helfen dir, bürokratische Hürden in Konzernen zu überwinden und Skalierung zu ermöglichen.
München hat sich zu einem der dynamischsten Standorte für Startups in Europa entwickelt. Die Dichte an Dax-Konzernen, erstklassigen Universitäten und finanzstarken Investoren schafft ein Umfeld, das seinesgleichen sucht. Wenn du gerade dein Unternehmen aufbaust oder skalieren möchtest, stehst du oft vor der Frage nach dem richtigen Standort. Dabei geht es längst nicht mehr nur um einen Schreibtisch und gutes WLAN.
Die Wahl des richtigen Hubs entscheidet über Zugang zu Talenten, Mentoring und vor allem zu zahlenden Kunden. Während klassische Gründerzentren vorwiegend Infrastruktur bereitstellen, gehen spezialisierte Open-Innovation-Hubs einen Schritt weiter und integrieren dich direkt in die Wertschöpfungskette etablierter Player.
Die Landschaft der öffentlichen Gründerzentren in München
Die Landeshauptstadt München fördert Innovation durch verschiedene thematisch ausgerichtete Zentren. Diese bieten dir meist geförderte Mietpreise und eine Community aus Gleichgesinnten. Basierend auf der aktuellen Standortanalyse sind dies die relevantesten Anlaufstellen für unterschiedliche Phasen und Branchen.
Munich Urban Colab im Kreativquartier
Das Munich Urban Colab gilt als Leuchtturm für Smart City Solutions. Als gemeinsames Projekt der Stadt München und der UnternehmerTUM liegt der Fokus hier klar auf Lösungen für die Stadt der Zukunft. Die Architektur und die offenen Werkstätten fördern den Austausch zwischen Startups, Corporate-Partnern und der Wissenschaft. Wenn dein Produkt urbane Herausforderungen löst, findest du hier das passende Ökosystem.
WERK1 am Ostbahnhof
Das WERK1 im Werksviertel-Mitte positioniert sich als startup-freundlichster Ort Münchens. Der Fokus liegt auf der Digital- und Medienbranche sowie spezifischen Verticals wie InsurTech. Neben Coworking und Büros bietet das WERK1 ein Besonderheit: Coliving-Apartments. Das erleichtert gerade internationalen Teams den Start in München enorm. Die Atmosphäre ist hier weniger akademisch geprägt, sondern stark auf Community und digitale Geschäftsmodelle fokussiert.
gate Garchinger Technologie- und Gründerzentrum
Für Deep-Tech-Gründer führt kaum ein Weg an Garching vorbei. Das gate befindet sich in direkter Nachbarschaft zur Technischen Universität München (TUM) auf dem Forschungscampus. Hier sitzen Startups aus den Bereichen Robotik, MedTech und IT. Die Nähe zu den Forschungseinrichtungen ermöglicht einen fast nahtlosen Transfer von wissenschaftlicher Erkenntnis in marktfähige Produkte.
Münchner Technologiezentrum MTZ
Im Münchner Norden bietet das MTZ klassische Gewerbeflächen für technologieorientierte Unternehmen. Es ist besonders interessant, wenn du Laborflächen oder physische Produktionsstätten benötigst, die in einem normalen Büroturm keinen Platz finden. Als High-Tech-Standort der Münchner Gewerbehöfe bietet es flexible Mietverträge, die mit deinem Unternehmen wachsen können.
Von der Bürofläche zum echten Business Case
Ein Büro im richtigen Gründerzentrum ist eine gute Basis, garantiert aber noch keinen Umsatz. Hier setzt das sogenannte Venture Clienting an. Anders als in klassischen Acceleratoren, wo Coaching im Vordergrund steht, geht es hier darum, das Startup direkt als Lieferanten zu etablieren.
Wayra Tipp für B2B-Startups
Nicht die günstigste Miete entscheidet über deinen Erfolg, sondern wie schnell du deinen ersten Enterprise-Kunden gewinnst. Achte bei der Standortwahl darauf, ob echte Kaufverträge angebahnt werden oder nur unverbindliches Networking stattfindet.
Bei Wayra, dem Open-Innovation-Hub von o2 Telefónica, liegt der Fokus genau auf dieser kommerziellen Partnerschaft. Startups werden nicht primär „betreut“, sondern getestet und integriert. Ziel ist es, Produkte direkt im Konzern einzusetzen. Das bedeutet bezahlte Pilotprojekte und eine klare Perspektive auf langfristige Verträge.
Programme für unterschiedliche Wachstumsphasen
Der Bedarf an Unterstützung ändert sich drastisch, je nachdem, ob du gerade deinen ersten Proof of Concept (PoC) entwickelst oder bereits den Vertrieb skalierst. Ein "One-Size-Fits-All"-Ansatz funktioniert im B2B-Tech-Bereich selten.
Der Weg zum ersten Enterprise-Kunden
Für Startups in der Seed-Phase ist der erste große Referenzkunde oft der härteste Meilenstein. Konzerne haben komplexe Einkaufsrichtlinien, die junge Unternehmen oft überfordern. Hier setzt der Traction Boost an. Wayra kuratiert den Use-Case, übernimmt die Kosten für den PoC und öffnet den Zugang zu Fachbereichen. Wichtig ist hier das "Fast-Track Procurement". Dieser beschleunigte Einkaufsprozess sorgt dafür, dass du nicht monatelang im Vendor-Onboarding hängst, sondern schnell im echten Einsatz bist.
Skalierung über große Vertriebskanäle
Wenn dein Produkt bereits funktioniert und erste Kunden bedient, verlagert sich die Herausforderung auf den Vertrieb. Für die Expansion bietet sich der Sales Boost an. Hier geht es nicht mehr um das Testen der Technologie, sondern um die Nutzung der Vertriebskanäle von o2 Telefónica. Erfolgreiche Startups aus diesem Programm schaffen es, ihre Lösung dauerhaft im Betrieb zu verankern und über die Reichweite des Konzerns zu wachsen.
Kriterien für die Auswahl des richtigen Partners
Die Entscheidung für einen Standort oder ein Partnerprogramm sollte strategisch getroffen werden. Tech-Startups sollten folgende Punkte prüfen.
Erstens die Branchenrelevanz. Ein allgemeines Gründerzentrum bietet gute Infrastruktur, aber wenig fachspezifischen Tiefgang. Wenn du im Bereich Telekommunikation, Cybersecurity oder Data Analytics unterwegs bist, bringt dir ein spezialisierter Hub mit Zugang zu einem Telekommunikationskonzern deutlich mehr Synergien.
Zweitens die Verbindlichkeit. Viele Programme arbeiten mit "Letter of Intents" (Absichtserklärungen). Echte Validierung erhältst du jedoch nur durch harte KPIs und Bezahlung. Frage potenzielle Partner nach ihrer "Conversion Rate". Bei Wayra beispielsweise werden rund die Hälfte der PoC-Startups zu Langzeitkunden, was sich in 26 kommerziellen Verträgen allein im Jahr 2024 widerspiegelt.
Drittens die Finanzierungsperspektive. Manche Gründerzentren sind reine Vermieter. Strategische Partner bieten oft auch Kapital. Wayra investiert beispielsweise Tickets zwischen 150.000 € und 5 Mio. €, wobei der Fokus zu 75 % auf strategischen Synergien liegt.
Fazit und nächste Schritte
München bietet dir eine der besten Infrastrukturen für deine Gründung. Ob du dich für die urbane Community im WERK1, die Forschungsnähe im gate oder die Business-Fokussierung eines Corporate-Partners entscheidest, hängt von deinem aktuellen Engpass ab. Fehlt dir das Büro, geh zu den städtischen Zentren. Fehlt dir der Umsatz und der Enterprise-Zugang, suche den Kontakt zu Venture-Clienting-Einheiten.
Wenn du bereit bist, deinen ersten Konzern-Piloten zu starten oder deine Lösung zu skalieren, kannst du direkt prüfen lassen, ob dein Use-Case passt.
Häufige Fragen zu Gründerzentren in München
Welche Branchen werden in Münchner Gründerzentren besonders gefördert?
Die Stadt setzt Schwerpunkte in den Bereichen Smart City (Munich Urban Colab), Digital Media & InsurTech (WERK1) sowie Deep Tech & Biotechnologie (gate Garching, MTZ). B2B-Softwarelösungen finden zudem starke Partner in Corporate Innovation Hubs.
Was ist der Unterschied zwischen einem Gründerzentrum und Venture Clienting?
Ein Gründerzentrum stellt primär Infrastruktur, Netzwerk und Coaching zur Verfügung (oft gegen Miete/Anteile). Venture Clienting, wie es Wayra betreibt, fokussiert sich darauf, das Startup als bezahlten Lieferanten für einen Konzern zu gewinnen (Umsatz statt Miete).
Wie bekomme ich einen Platz im WERK1 oder MTZ?
Die Plätze sind begehrt und oft an Bewerbungsverfahren gebunden. Du musst meist nachweisen, dass dein Geschäftsmodell innovativ ist und in den Branchenfokus des jeweiligen Zentrums passt.
Bietet Wayra auch Büros an?
Wayra bietet in seinem Hub in der Münchner Innenstadt auch Arbeitsplätze an, der Fokus liegt aber klar auf der geschäftlichen Zusammenarbeit via Traction Boost oder Sales Boost, unabhängig davon, wo dein Team sitzt.
Quellen:
- Landeshauptstadt München, Stadtverwaltung (2025): Innovations- und Gründerzentrum im Kreativquartier. Abgerufen von stadt.muenchen.de
- Landeshauptstadt München, Stadtverwaltung (2025): WERK1 Übersicht. Abgerufen von stadt.muenchen.de
- Wayra Deutschland (2025): Interne Unternehmensdaten zu Portfolio, Verträgen und Programmen.
- gate Garching (2025): Standortinformationen Garching. Abgerufen von gategarching.com






