Du hast ein starkes B2B-Produkt und suchst den entscheidenden Hebel für dein Wachstum? Die Wahl des richtigen Startup-Programms kann über Erfolg oder Scheitern entscheiden. Doch der Dschungel aus Acceleratoren, Inkubatoren und Corporate-Programmen ist dicht. Zwei der bekanntesten Modelle sind klassische Acceleratoren und der Venture-Clienting-Ansatz von Wayra, dem Open-Innovation-Hub von o2 Telefónica. Doch welches Modell ist das richtige für dich?
Das Wichtigste in Kürze
- Fokus von Wayra: Wayra ist kein klassischer Accelerator. Der Fokus liegt klar auf Venture-Clienting: Dein Startup wird als potenzieller Lieferant für o2 Telefónica getestet, mit dem Ziel eines bezahlten Pilotprojekts (PoC) und eines langfristigen Vertrags. Umsatz steht an erster Stelle.
- Fokus klassischer Acceleratoren: Sie sind wie ein Bootcamp. In 3-6 Monaten erhältst du intensives Mentoring, Netzwerkzugang und Pitch-Training, oft im Austausch gegen Unternehmensanteile. Das Ziel ist die Investment-Reife für den Demo Day.
- Der Kernunterschied: Mit Wayra gewinnst du im Idealfall deinen ersten Enterprise-Kunden. In einem Accelerator lernst du, wie man ein Startup aufbaut und Investoren überzeugt.
- Für wen ist Wayra ideal? Für B2B-Tech-Startups (Seed bis Series B) mit einem fertigen Produkt (MVP+), die eine starke Enterprise-Referenz brauchen und bereit für die Integration in einen Konzern sind.
- Für wen sind Acceleratoren ideal? Für Gründer in einer sehr frühen Phase, die ihre Idee validieren, ein Netzwerk von Grund auf aufbauen und die Grundlagen des Startup-Lebens lernen müssen.
- Der Deal: Wayra bietet bezahlte PoCs und optionales, strategisches Kapital (150.000 € bis 5 Mio. €). Klassische Acceleratoren bieten meist ein kleines Seed-Investment im Tausch gegen 5-10 % deiner Anteile.
Wayra vs. Klassische Acceleratoren im direkten Vergleich
Um dir die Entscheidung zu erleichtern, haben wir die beiden Modelle anhand der wichtigsten Kriterien für Gründer gegenübergestellt.
Wayra im Detail: Dein Ticket zum ersten Enterprise-Kunden
Wayra Deutschland hat sich in den letzten Jahren bewusst von einem klassischen Accelerator zu einem Open-Innovation-Hub mit Venture-Clienting-Fokus entwickelt. Die Mission ist klar: vielversprechende Tech-Startups nicht nur coachen, sondern sie direkt als Lieferanten für o2 Telefónica zu gewinnen. Statt auf einen Demo Day hinzuarbeiten, arbeitest du auf einen kommerziellen Vertrag hin.
Der Prozess ist darauf ausgelegt, die typischen Hürden im Konzernumfeld zu überwinden. Mit dem „Fast-Track Procurement“ werden Onboarding, Tests und die Integration in die Fachbereiche beschleunigt. Die Zahlen sprechen für sich: Laut Wayra wurden allein 2024 rund 26 kommerzielle Verträge geschlossen, und etwa die Hälfte aller PoC-Startups werden zu Langzeitkunden.
Wayra bietet zwei passgenaue Programme für Startups:
- Traction Boost: Perfekt für Startups im Pre-Seed- bis Early-Stage, die eine erste, belastbare Kundenreferenz im Enterprise-Segment benötigen. Wayra scoutet passende Anwendungsfälle bei o2 Telefónica, übernimmt die Kosten für den Proof of Concept (PoC) und stellt den direkten Kontakt zu den richtigen Entscheidern her. Das Ziel: Ein erfolgreicher Testlauf mit klaren KPIs als Basis für einen Folgevertrag.
- Sales Boost: Für reifere Startups (Mid-Stage bis Scale-up) mit einer skalierbaren Lösung. Hier geht es um die Kommerzialisierung und den Vertrieb über die Kanäle von o2 Telefónica. Wayra begleitet dich bei der Vertragsfinalisierung und dem Go-to-Market, um deine Reichweite massiv zu erhöhen.
Für wen ist Wayra geeignet?
Du passt perfekt zu Wayra, wenn du ein B2B-Tech-Startup aus den Bereichen Cybersecurity, AI-Automatisierung, Data & Analytics, Netzwerk-Effizienz oder B2B2C-Produkte führst. Dein Produkt sollte über den MVP-Status hinaus sein und du musst bereit sein, die Anforderungen eines Konzerns in Sachen Sicherheit und Datenschutz zu erfüllen. Wenn dein größter Schmerzpunkt fehlende Enterprise-Referenzen sind, ist Wayra dein Match.
Für wen ist Wayra ungeeignet?
Wenn du ein reines B2C-Produkt ohne Anknüpfungspunkt an einen Telko-Konzern hast, dich noch in der Ideenphase ohne Produkt befindest oder primär Projekt-Dienstleistungen anbietest, ist Wayra nicht das richtige Programm für dich.
Klassische Acceleratoren im Detail: Das Startup-Bootcamp
Klassische Acceleratoren wie Techstars, Y Combinator oder diverse lokale Programme in Deutschland sind die bekannteste Form der Startup-Förderung. Sie funktionieren wie ein Intensivkurs für Gründer.
In einem festen Zeitraum von drei bis sechs Monaten wirst du Teil einer Kohorte von Startups. Du durchläufst ein straffes Programm aus Workshops zu Themen wie Produktentwicklung, Marketing, Vertrieb und Fundraising. Der zentrale Wert liegt im Zugang zu einem riesigen Netzwerk aus erfahrenen Mentoren, potenziellen Investoren und anderen Gründern. Das Programm gipfelt in einem "Demo Day", bei dem du dein Startup vor einem Publikum von VCs und Business Angels pitchst.
Im Gegenzug für die Teilnahme und ein kleines Startkapital gibst du in der Regel einen kleinen Prozentsatz deiner Unternehmensanteile ab.
Für wen sind klassische Acceleratoren geeignet?
Acceleratoren sind ideal für Erstgründer und sehr frühe Teams, die Orientierung, strukturiertes Wissen und ein starkes Netzwerk benötigen. Wenn du deine Geschäftsidee noch schärfen musst, dein erstes Team aufbaust und noch nie vor Investoren gepitcht hast, bietet ein Accelerator einen unschätzbaren Lern- und Entwicklungsschub.
Für wen sind klassische Acceleratoren ungeeignet?
Wenn du bereits ein funktionierendes Produkt und zahlende Kunden hast, kann das starre Curriculum eines Accelerators zu allgemein und eine Zeitverschwendung sein. Auch wenn du nicht bereit bist, frühzeitig Unternehmensanteile für Mentoring abzugeben, solltest du dich nach Alternativen umsehen.
Unser Tipp für B2B-Tech-Startups
Wenn dein größter Engpass der erste zahlende Enterprise-Kunde ist und du ein integrationsfähiges Produkt hast, verschwende keine Zeit mit allgemeinen Programmen. Konzentriere dich auf Modelle, die einen echten Business Case versprechen, nicht nur einen Demo Day. Wayras Venture-Clienting-Ansatz mit bezahlten PoCs ist genau darauf ausgelegt. Er reduziert das Risiko für beide Seiten und stellt den Umsatz in den Mittelpunkt – ein unschlagbares Argument für deine nächste Finanzierungsrunde.
Checkliste: Bist du bereit für Wayra?
Beantworte diese 6 Fragen ehrlich, um herauszufinden, ob dein Startup für das Venture-Clienting-Modell von Wayra bereit ist:
- [ ] Use Case: Haben wir einen konkreten Anwendungsfall für einen Konzern wie o2 Telefónica mit klarem Business Impact?
- [ ] Produktreife: Ist unser Produkt (mindestens MVP) vorhanden, stabil und integrationsfähig?
- [ ] Compliance: Liegen grundlegende Unterlagen zu IT-Sicherheit und Datenschutz (DSGVO) vor?
- [ ] Ressourcen: Haben wir die Kapazität im Team, einen PoC und einen anschließenden Roll-out zu stemmen?
- [ ] Messbarkeit: Können wir klare KPIs definieren, um den Erfolg eines PoCs zu messen (z.B. Einsparungen, Nutzerakzeptanz)?
- [ ] Commitment: Ist das Management-Team bereit, schnell Entscheidungen zu treffen und den Prozess aktiv zu begleiten?
Wenn du die meisten dieser Fragen mit „Ja“ beantworten kannst, solltest du den Kontakt zu Wayra suchen. Ein erfolgreicher PoC kann, wie die Success Story von Whalebone zeigt, zu einer langfristigen und skalierbaren Partnerschaft führen.
Häufige Fehler bei der Wahl des richtigen Programms
- Falsche Erwartungen: Zu glauben, ein klassischer Accelerator garantiert dir Umsatz oder Wayra bietet ein allgemeines Coaching-Programm.
- Prestige über Passgenauigkeit: Sich nur bei den bekanntesten Namen zu bewerben, ohne zu prüfen, ob das Modell wirklich zu den eigenen Zielen passt.
- Unreife vertuschen: Sich für ein Programm wie Wayra zu bewerben, obwohl das Produkt noch nicht Enterprise-ready ist. Das führt nur zu Frust auf beiden Seiten.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Was ist der Hauptunterschied zwischen Wayra und einem Accelerator?
Der Kernunterschied ist das Ziel: Wayra will dich als Startup zum Lieferanten und Partner von o2 Telefónica machen (Venture-Clienting), während ein klassischer Accelerator dich fit für dein erstes großes Investment machen will (Investment-Reife).
Nimmt Wayra Anteile an meinem Startup?
Nicht für die Teilnahme an einem Programm oder einem bezahlten PoC. Wayra agiert als Corporate Venture Capital Arm von Telefónica und kann strategische Investments anbieten, dies ist aber eine separate und optionale Möglichkeit, die auf Synergien mit Telefónica abzielt.
Für welche Art von Startups ist Wayra am besten geeignet?
Wayra ist ideal für B2B-Tech-Startups ab der Seed- bis zur Series-B-Phase, die ein marktreifes Produkt haben. Der Fokus liegt auf Bereichen mit hoher Relevanz für o2 Telefónica, wie KI, Cybersecurity, Data Analytics und Netzwerktechnologien.
Kann ich mich bei Wayra bewerben, auch wenn ich noch keine Kunden habe?
Ja, absolut. Das Traction Boost Programm ist genau dafür konzipiert, dir mit o2 Telefónica deine erste, wichtige Kundenreferenz zu verschaffen, solange du ein integrationsfähiges Produkt und einen überzeugenden Business Case mitbringst.






