Corporate Innovation
/
3
Min. Lesedauer

Definition von Intrapreneurship und warum interne Innovationstreiber dein wichtigster Hebel sind

Was bedeutet Intrapreneurship? Erfahre, was den Unterschied zum Entrepreneur ausmacht und was für deinen Erfolg entscheidend ist.

Jetzt kontaktieren!
Definition von Intrapreneurship und warum interne Innovationstreiber dein wichtigster Hebel sind

Das Wichtigste in Kürze

  • Definition: Intrapreneurship bezeichnet unternehmerisches Denken und Handeln innerhalb eines bestehenden Unternehmens, um Innovationen voranzutreiben.
  • Der Unterschied: Im Gegensatz zum Entrepreneur nutzt der Intrapreneur vorhandene Ressourcen, Kapital und Netzwerke des Konzerns, trägt aber weniger finanzielles Risiko.
  • Relevanz für Startups: Für B2B-Tech-Grunsatz sind Intrapreneure oft die entscheidenden Fürsprecher ("Champions") im Konzern, die Pilotprojekte genehmigen.
  • Synergie: Programme wie Venture Clienting verbinden externe Startups mit internen Intrapreneuren, um Prozesse zu beschleunigen.

Wenn du dich im B2B-Umfeld bewegst und versuchst, deine Tech-Lösung an große Konzerne zu verkaufen, begegnet dir früher oder später der Begriff Intrapreneurship. Doch was steckt genau dahinter? Ist es nur ein modernes Buzzword für engagierte Mitarbeiter oder verbirgt sich dahinter der Schlüssel für deinen nächsten großen Deal?

Tatsächlich ist das Verständnis dieser Definition entscheidend, um die Dynamik in Großunternehmen wie Telefónica zu verstehen. Intrapreneurship ist oft der Motor, der Innovationsprojekte überhaupt erst möglich macht und Startups die Tür öffnet.

Was Intrapreneurship per Definition bedeutet

Der Begriff setzt sich aus „Intracorporate“ (innerhalb eines Unternehmens) und „Entrepreneurship“ (Unternehmertum) zusammen. Laut dem Cambridge Dictionary beschreibt es die Bereitschaft und Fähigkeit von Personen in großen Unternehmen, direkte Verantwortung zu übernehmen, um Ideen in profitable neue Produkte oder Dienstleistungen zu verwandeln.

Es geht also nicht nur darum, gute Ideen zu haben. Ein echter Intrapreneur verhält sich wie ein Gründer, jedoch innerhalb der sicheren Mauern einer Organisation. Er erkennt Marktchancen, akquiriert intern Budgets und baut Teams auf, um diese Chancen zu nutzen. Investopedia ergänzt hierzu passend, dass Intrapreneure die Ressourcen ihres Arbeitgebers nutzen dürfen, ohne das volle persönliche Risiko eines Gründers zu tragen.

Für dich als Gründer eines Startups ist diese Unterscheidung Gold wert. Wenn du einen Vertrag abschließen willst, suchst du nicht nach einem Verwalter. Du suchst nach einem Intrapreneur.

Wayra Tipp zur Identifikation

Ein Intrapreneur im Konzern fragt dich nicht zuerst nach Risiken, sondern nach Chancen („Business Impact“). Er sucht nach Lösungen, um seine internen KPIs zu verbessern, und ist bereit, für die Zusammenarbeit mit dir auch mal interne Hürden zu überspringen. Genau diese Personen matchen wir beispielsweise in unserem Traction Boost Programm mit Startups.

Abgrenzung zwischen Entrepreneur und Intrapreneur

Oft werden die Begriffe synonym verwendet, wenn es um innovatives Mindset geht. Doch die Rahmenbedingungen unterscheiden sich massiv. Ein Entrepreneur gründet auf der grünen Wiese. Er muss Strukturen, Finanzierung und Marktzzugang von Null aufbauen. Scheitert das Unternehmen, trägt er oft das volle finanzielle und existenzielle Risiko.

Der Intrapreneur hingegen agiert in einem gemachten Nest, was Vor- und Nachteile mit sich bringt. Er hat Zugriff auf Kundenstämme, Vertriebskanäle und Kapital. Bei Wayra sehen wir das täglich: Ein Startup bringt die Technologie (z. B. eine Cybersecurity-Lösung), der Intrapreneur bei O2 Telefónica bringt den Zugang zu Millionen von Kunden.

Das Hauptproblem des Intrapreneurs ist selten das Geld, sondern die interne Politik und Bürokratie. Genehmigungsprozesse, Compliance-Vorgaben und komplexe Stakeholder-Strukturen können bremsen. Genau hier setzen spezialisierte Einheiten an, um diese Reibung zu minimieren.

Die Rolle von Venture Clienting für Intrapreneure

Früher dachte man bei Intrapreneurship oft an interne Labore, wo Mitarbeiter jahrelang an neuen Produkten tüfteln. Das moderne Verständnis ist schneller und pragmatischer. Statt das Rad neu zu erfinden, suchen Intrapreneure heute gezielt nach externen Lösungen, die sie implementieren können.

Hier kommt das Modell des Venture Clienting ins Spiel. Es befähigt den internen Unternehmer, nicht als Erfinder, sondern als strategischer Einkäufer von Innovation aufzutreten. Anstatt eine KI-Lösung für Netzwerkeffizienz selbst zu programmieren, testet der Fachbereich eine Lösung eines Startups.

Bei Wayra unterstützen wir genau diesen Prozess durch das sogenannte „Fast-Track Procurement“. Wir helfen dem internen Intrapreneur dabei, die oft langwierigen Einkaufs- und Compliance-Prozesse zu beschleunigen, damit Startups schneller in den Live-Betrieb kommen. Das Ergebnis sind messbare Erfolge, wie die Integration von Visual-OS-Lösungen in die Konzernsteuerung zeigen.

Warum Intrapreneure starke KPIs brauchen

Ein intrapreneuriales Projekt überlebt im Konzern nur, wenn es liefert. Während VCs bei Startups oft auf das langfristige Potenzial wetten, muss der Intrapreneur seinem Management meist quartalsweise Rechenschaft ablegen. Wenn du als Startup mit einem solchen Champion sprichst, musst du seine Sprache sprechen.

Wir nutzen hierfür ein klares KPI-Gerüst, das du für deinen Pitch adaptieren kannst:

  1. Wirtschaftlichkeit: Welche Einsparungen oder Umsatzbeiträge bringt deine Lösung konkret?
  2. Adoption: Wie schnell nehmen die Mitarbeiter oder Endkunden das neue Tool an?
  3. Technik: Wie hoch ist der Integrationsaufwand und wie stabil läuft der Service?

Nur wenn diese Zahlen stimmen, bekommt der Intrapreneur das „Go“ für den Roll-out. Ein starkes Beispiel ist Whalebone, wo ein klarer Business Case für den Endkundenschutz zur konzernweiten Einführung führte.

Wie Unternehmen eine Kultur des Intrapreneurship fördern

Damit Intrapreneurship funktioniert, darf es nicht dem Zufall überlassen werden. Unternehmen müssen Freiräume schaffen. Das bedeutet nicht nur Budget, sondern auch Fehlerkultur. Wenn ein Pilotprojekt (Proof of Concept) scheitert, darf das nicht das Karriereende für den Verantwortlichen bedeuten.

Eine professionelle Begleitung reduziert dieses Risiko. Wenn Startups und Fachbereiche durch strukturierte Programme wie den Sales Boost geführt werden, steigt die Wahrscheinlichkeit für einen erfolgreichen Abschluss immens. Wir sehen, dass etwa die Hälfte aller gut aufgesetzten PoCs in langfristige Kundenbeziehungen übergehen. Das gibt auch den internen Projektleitern die Sicherheit, mutige Entscheidungen zu treffen.

Wayra Tipp zur Ansprache

Gehe in deinen Verkaufsgesprächen proaktiv auf Hürden ein. Wenn du Signalisierts, dass du Enterprise-Ready bist (Security, Datenschutz, Skalierbarkeit), nimmst du dem Intrapreneur die Angst vor internen Compliance-Problemen. Er muss dich intern „verkaufen“ – liefere ihm die Argumente dafür.

Häufige Fragen zu Intrapreneurship (FAQ)

Was ist der Hauptunterschied zwischen Entrepreneurship und Intrapreneurship?
Der Entrepreneur gründet ein eigenes Unternehmen und trägt das volle Marktrisiko. Der Intrapreneur treibt Innovationen innerhalb eines bestehenden Unternehmens voran und nutzt dessen Ressourcen und Sicherheit, muss sich aber oft mit internen Strukturen arrangieren.

Warum ist Intrapreneurship für Konzerne wichtig?
Es verhindert Stagnation. Große Unternehmen laufen Gefahr, durch Bürokratie langsam zu werden. Intrapreneure brechen Strukturen auf, testen neue Technologien (oft durch Startups) und sichern so die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens.

Welche Fähigkeiten braucht ein Intrapreneur?
Neben fachlicher Expertise sind vor allem diplomatisches Geschick, Durchsetzungsvermögen, ein gutes internes Netzwerk und ein Verständnis für Risikomanagement und KPIs entscheidend.

Wie finden Startups den richtigen Intrapreneur?
Schau nicht nur auf Titel, sondern auf Verantwortung. Suche nach Personen, die Budgetverantwortung haben und für Innovationsthemen brennen. Plattformen und Events wie der Wayra Venture Day sind ideale Orte, um solche Champions persönlich zu treffen.

Was sind Beispiele für erfolgreiches Intrapreneurship?
Klassische Beispiele sind die Entwicklung der PlayStation bei Sony oder der Post-it Notes bei 3M. Im Kontext von Wayra ist es die Einführung neuer digitaler B2B2C-Produkte, die durch die Zusammenarbeit von Startups mit engagierten Fachbereichsleitern bei O2 Telefónica entstanden sind.

Weiterführende Links & Quellen

Definition Intrapreneurship (Investopedia): https://www.investopedia.com/terms/i/intrapreneurship.asp
Cambridge Dictionary Definition: https://dictionary.cambridge.org/us/dictionary/english/intrapreneurship
Services für Startups bei Wayra: https://www.wayra.de/de/services-for-startup
Kontakt aufnehmen: https://www.wayra.de/de/contact

Franziska Kraft
Franziska Kraft
Visit Linkedin
Published
January 27, 2026
Spread the word
facebook logoinstagram logolinkedin logo
Jetzt kontaktieren